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Pfarrverband Petershausen
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85238 Petershausen
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St-Laurentius.Petershausen@ebmuc.de


 

Als Seelsorger im Pfarrverband Petershausen ist uns Ihr Kirchenaustritt nicht gleichgültig und wir würden ihn mit großem Bedauern zur Kenntnis nehmen.

Nehmen Sie uns bitte ab, dass wir diese Zeilen nicht wegen der verlorenen Kirchensteuer schreiben. Wir machen uns vielmehr Gedanken, ob wir selbst, einer unserer Mitarbeiter oder unsere Pfarrgemeinden an einem Kirchenaustritt Schuld tragen und was wir darum anders machen müssten. Sollte hinter Ihrer Entscheidung eine konkrete Verärgerung über die Kirche oder unserm Pfarrverband stehen, läge uns daran, diese Gründe zu erfahren. Auch wir leiden unter der Unzulänglichkeit der Kirche und ihrer Mitglieder - uns selbst eingeschlossen, wollen uns aber nicht damit abfinden und ändern, was in unserer Macht steht.

Etwas anderes ist es, Ihnen zu sagen, dass jede "Austrittsmeldung" bei uns auch Trauer verursacht. Wir denken, dass Heinrich Böll Recht hatte, als er meinte, er wolle sich eine Welt, aus der die Kirchen und ihre Botschaft verschwunden wären, lieber nicht vorstellen. Denn es sei nicht zu erwarten, dass in dieser Welt dann mehr Menschlichkeit, Solidarität und Freiheit auf der Tagesordnung stünden; eher umgekehrt. Wir sind vielmehr überzeugt, dass christlicher Glaube ein Element der Hoffnung in unserer Welt ist.

Dazu braucht es auch die Form einer Institution. Als einzelner Christ kann ich nämlich oft zu wenig dafür sorgen, dass es menschlich, offen und ermutigend in unserer Gesellschaft zugeht und die Schwächeren einen Platz behalten. Aber mit meinem Geld als Kirchensteuerzahler kann ich dazu beitragen, dass andere dafür arbeiten können, zum Wohle der Menschen in unserer Gesellschaft. Hier wird viel Gutes geleistet.  

Vielleicht sagen Sie, glauben kann ich doch auch allein. Das stimmt. Aber auf Dauer stimmt es auch wieder nicht. Glaube ist ein Prozess. Er wandelt sich, so wie man sich selbst im Laufe des Lebens wandelt. Auf Dauer braucht man andere, die Gemeinschaft, sonst erstarrt Glaube in einigen leeren Formeln.

Vielleicht ist Ihr geplanter Austritt nur die Konsequenz, weil Sie schon länger den Glauben verloren oder den Kontakt zur Kirche aufgegeben haben. Als Seelsorger bedauern wir natürlich diese Entwicklung, respektieren aber diesen Schritt. Auch uns ist an einer ehrlichen Entscheidung gelegen. Wir wären jedenfalls froh, wenn Sie vor einem Kirchenaustritt mit uns Seelsorgen sprechen würden.

In jedem Fall möchten wir Ihnen sagen, dass die Gemeinschaft der Kirche auch weiterhin für Sie offen bleibt. Sollten Sie vielleicht Ihren Schritt noch einmal neu überdenken, jetzt oder irgendwann in der Zukunft, dann gibt es auch für Sie einen Weg zurück.

Wir möchten noch darauf hinweisen, dass Sie durch Ihren Kirchenaustritt, ein kirchliches Patenamt nicht mehr übernehmen können.

Sie sind ausgeschlossen vom Sakramentenempfang. Für Sie käme auch kein kirchliches Begräbnis in Frage. Die Erfahrung zeigt, dass gerade dieser Punkt immer wieder zu sehr, sehr großen Gewissenskonflikten und Streitfällen in den Familien und bei der Verwandtschaft führt. Reden Sie daher bitte auch offen mit Ihren Angehörigen darüber. Betrachten Sie dies als reine Information. Verstehen Sie diese rechtlichen Folgen nicht als „Strafmaßnahme“ der Kirche. Das sind sie nicht. Die Folgen ergeben sich logischerweise aus Ihrem Entschluss, der Gemeinschaft der Kirche nicht mehr anzugehören.

Wenn Ihnen aufgrund dieser Zeilen an einem Gespräch mit einem von uns Seelsorger gelegen ist, geben Sie uns bitte davon Kenntnis.

 

Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen für Ihre Zukunft

 

               Ihre Seelsorger